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Im Mai 2004 haben zehn Länder der Europäischen Union beigetraten. Mindestens sechs weit-
ere Staaten befinden sich in konkreten Verhandlungs-esprächen mit der EU oder haben zumin-
dest die Absicht des Beitritts erklärt.

Mein Projekt umfaßt Photographie, digitale Bildbearbeitung, Quellen-Codes aus dem Bereich
der Computer Software und schließlich das Internet, um das Bild und die Selbstrepräsentation
dieser Staaten genauer zu untersuchen.


Allen Werken liegen Photographien zugrunde, die ich während der letzten neun Jahre aufge-
nommen und anschließend digital bearbeitet habe. Darüber hinaus habe ich eine Collage er-
stellt, indem ich den (reinen) HTML Quellentext jeder der betroffenen Regierungs-Webseiten
auf das Bild des jeweils passenden Landes gelegt habe. Im Vordergrund stehen die Haupt-
seiten (Index), denn sie stellen die Quelle der virtuellen Repräsentation der jeweiligen Nation
dar und dienen als Werbung für ein weiteres Stück 'Modernes Europa'.

Oftmals zeigt der HTML-Quellentext Informationen an, die über einen Web-Browser für uns
Internet-User nicht zu lesen sind. Der "META Content" und die "Description"-Zeilen enthalten
oft Schlüsselbegriffe oder Themen, die von Suchmaschinen wie "Google" oder "Yahoo" durch-
aus registriert werden. Der Gebrauch der Javaschriften zeigt schließlich die Vielseitigkeit und
Kunstfertigkeit des Webdesigners, der von der jeweiligen Regierung dafür angestellt worden
war.

Durch die Veränderung des Farbtons, ihrer Sättigung und Helligkeit bei allen Photographien
beabsichtige ich eine genauere Analyse des Bildwerkes seitens des Betrachters. Das Bild of-
fenbart sich langsamer, der Betrachter ist für die kleinen Details im Bild empfänglicher. Die
hinzugefügte Dimension des Textes (des sogen. digitalen 'Quellentexts') fordert den Betrach-
ter auf, das Bild als ganzes genauer zu untersuchen und sich dem Puzzle der Gattungen zu
stellen.

Die individuellen Bildwerke sollen ohne Titel ausgestellt werden. Es ist dem Betrachter über-
lassen, das jeweilige Land mit Hilfe der Texte/ Quellentexte und den applizierten Wappen zu
erkennen. So soll der Betrachter auf individuelle Weise mit diesen neuen Staaten vertraut ge-
macht werden, die sich heute für ein größeres Vereintes Europa bewerben